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Fachtagung 2017

23./24. Juni 2017 in Nürnberg

"Geschwisterkind - ein Leben lang" Versorgungskonzepte in der Geschwisterbegleitung

Jubiläums-Fachtagung der Novartis Stiftung FamilienBande legt erstmalig Fokus auf die besondere Situation von erwachsenen Geschwistern

  • 5. Fachtagung mit 110 Experten in der Geschwisterbegleitung in Nürnberg
  • Schwerpunktthema "Erwachsene Geschwister" und qualitätsgestützte Geschwisterbegleitung
  • 5 Jahre Stiftung FamilienBande: eine Erfolgsbilanz für Geschwister

Nürnberg, 23./24. Juni 2017. Geschwister stärken und ihre Ressourcen fördern, damit ihnen ihr Leben besser gelingt - das ist im Kern die Aufgabe der Novartis Stiftung FamilienBande. Dieses Ziel verfolgt die Stiftung seit nunmehr 5 Jahren gemeinsam mit ihren inzwischen rund 180 Netzwerkpartnern, die bundesweit mehr als 300 Angebote vielfältiger Art für gesunde Geschwister von schwer chronisch kranken und/oder behinderten Brüdern oder Schwestern bereitstellen.

Kontakt

Irene von Drigalski

Geschäftsführerin

Novartis Stiftung FamilienBande

Öflinger Straße 44

D-79664 Wehr/Baden

irene.vondrigalski@stiftung-familienbande.de

Zum diesjährigen Jubiläum hatte die Stiftung am 23./24. Juni wieder zur FamilienBande Fachtagung nach Nürnberg eingeladen. 110 Experten aus ganz Deutschland waren angereist. Damit ist die Fachtagung, die FamilienBande zum 5. Mal ausgereichtet, die größte ihrer Art im deutschsprachigen Raum.

In ihrer Begrüßung bedankte sich Sidonie Golombowski-Daffner, Vorsitzende des FamilienBande Vorstands und Vorsitzende der Geschäftsführung von Novartis Deutschland, bei den Teilnehmern: "FamilienBande ist heute eine feste Größe, eine Anlaufstelle für Geschwister und ihre Familien. Das konnte nur zum Zusammenspiel mit Ihnen, den Experten vor Ort gelingen. Denn Sie sind es, die engagiert und professionell die Geschwister begleiten."

v.li.: Dr. Florian Schepper, Universität Leipzig; Sascha Velten, Initiative erwachsene-geschwister.de; Moderator Christioph Gräf

Geschwister(kind) sein hört niemals auf

In Vorträgen und Plenumsdiskussionen wurden erstmalig als Schwerpunkt die besondere Situation von erwachsenen Geschwistern vorgestellt und intensiv diskutiert. Erwachsene Geschwister versorgen ihre kranken oder behinderten Brüder oder Schwestern oft ein Leben lang. Diese Verantwortung ist Freude und Kummer, Bereicherung und Belastung zugleich. "Die Fragen und Nöte von erwachsenen Geschwistern sind andere als die von Kindern und Jugendlichen", so Irene von Drigalski, Geschäftsführerin der Stiftung. Einige Netzwerkpartner, wie die Bundesvereinigung Lebenshilfe e.V., die Initiative "erwachsene-geschwister" oder die Bildungs- und Erholungsstätte Langau, haben bereits erste Angebote für diese Gruppen entwickelt. "Die Stiftung wird sich diesen Menschen verstärkt annhemen und gemeinsam mit ihren Partners zunächst den konkreten Bedarft weiter ermitteln, um dann Hilfen für sie zu entwickeln", erklärte von Drigalski

Qualitätsgestützte Geschwisterbegleitung: der Weg zur Bezuschussung durch die Krankenkassen

Geschwisterbegleitung wird heute in der Regel duch Teilnahmegebühren der Familien und/oder durch die Einrichtungen selbst finanziert, die dafür wiederum auf Spenden angewiesen sind. Eine ganz neue Dimension in der Begleitung von Geschwistern bietet die Option, Angebote, die bestimmte Kriterien erfüllen, von Krankenkassen bezuschussen zu lassen. Die vorstellung und Diskussion dieser Angebote nahm daher bei der Tagung einen breiten Raum ein. Unter dem Dachnamen GeschwisterCLUB haben das Institu für Sozialmedizin in der Pädiatrie Augsburg (ISPA) und der Verbund für Geschwister ein modular aufgebautes Versorgungskonzept bereitgestellt, das auf standardisierten Angeboten fußt. "Für zwei dieser Module konnten wir die Wirkung in der Begleitung bei Geschwisterkindern bereits nachweisen", erklärt Kerstin Kowalewski, M.A. in Prävention und Gesundheitsförderung. "Im SuSi-Kurs beispielsweise treffen sich Geschwisterkinder und lernen dort spielerisch, wie sie mit stressigen Situationen und Problemen gut umgehen können." Kerstin Kowalewski leitet beim ISPA den Bereich der Geschwisterbegleitung. Corinna Neidhardt, Sozialpädagogin und systemische Familientherapeutin im Verbund für Geschwister ergänzte: "SuSi und der GeschwisterTREFF sind bereits als Präventionsmaßnahmen anerkannt und die gesetzlichen Krankenkassen können die Kosten für eine Teilnahme an den zertifizierten Kursten bezuschussen oder ganz übernehmen. Fünf Krankenkassen (IKK Classic, AOK Plus, AOK Bayern, AOK Baden-Württemberg und AOK Nord/Ost) haben die Angebote in ihre Regelversorgung aufgenommen.

Geschwisterbegleitung in Deutschland und 5 Jahre Novartis Stiftung FamilienBande: Wo stehen wir heute?

Das 5-jährige Bestehen der Stiftung war auch Anlass für einen Rückblick und die Darstellung des bisher Erreichten. Es ist noch nicht lange her, da war es für Geschwisterkinder und ihre Familien fast unmöglich, Unterstützung zu finden. Es gab nur wenige Angebote, und die waren oft nur schwer zu finden. Das hat sich sehr geändert: In der Online-Suchmaschine der Stiftung FamilienBande haben sich inzwischen über 300 Hilfen, vielfältiger Art registriert. Die Angebote reichen von Spiel und Spaß für Geschwisterkinder, über regelmäßige Treffen bis hin zu standardisierten Angeboten, deren positive Wirkung für Geschwister wissenschaftlich nachgewiesen wurde. "Das ist eine Erfolgsgeschicht. Und es ist der Erfolg von vielen", so Marita Grimm, Geschäftsführerin des ISPA. Gemäß einer Umfrage der Stiftung bei ihren Netzwerkpartnern und entsprechend vorsichtiger Hochrechnung haben bis heute rund 25.000 Geschwister an verschiedenen Angeboten teilgenommen. Über 120 Frauen und Männer wurden zudem von dem FamilienBande Partner ISPA als Fachkraft für Geschwister ausgebildet. Und auch die Angebote der Sitftung, wie Hotline, Website oder Newsletter, werden immer mehr aufgerufen.

 

Eine der wichtigen Aufgaben als Stiftung ist es, zu vernetzen und in der Öffentlichkeit Aufklärungsarbeit über die Situation der Geschwister un der Unterstützungsangebote zu betreiben. Wichtiger Meilenstein: Das ISPA, der Verbund für Geschwister und FamilienBande haben sich zur "ALLIANZ FÜR GESCHWISTER" zusammengeschlossen, um gemeinsam den Roll-out des GeschwisterCLUB bundesweit zu unterstützen. Irene von Drigalski fasste das Motto von FamilienBande "Gemeinsam für Geschwister" in einem Appell so zusammen: "Daher freuen wir uns besonders über die vielen prominenten Paten aus Politik und Gesellschaft und über jeden, der in einem privaten oder auch öffentlichen Beitrag das Anliegen der Geschwister unterstützt - sowohl das der Kinder, der Jugendlichen, aber auch das der erwachsenen Geschwister."

Über die Novartis Stiftung FamilienBande

Etwa zwei Millionen Kinder und Jugendliche in Deutschland wachsen mit einem/r schwer chronisch kranken oder behinderten Bruder bzw. Schwester auf. Die gesunden Kinder und ihre Familien befinden sich in einer besonderen und oft auch belastenden Lebenssituation. Daher ist die nachhaltige Verbesserung der Begleitung dieser Geschwister und ihrer Familien ein zentrales Anliegen der Novartis Stiftung FamilienBande. Gemeinsam mit Experten will FamilienBande das Bewusstsein für das Thema wecken und aufklären, vorhandenes Knowhow und Angebote von der Prävention bis zur Rehabilitation vernetzen bzw. weiterentwickeln sowie wissenschaftliche Erkenntnisse gewinnen und damit die Qualität der Angebote sichern. FamilienBande startete 2010 als divisionsübergreifende Initiative der Novartis-Gruppe Deutschland. Seit Mai 2012 ist FamilienBande eine Stiftung.

Bildmaterial kann in Druckqualität angefordert werden bei: info@stiftung-familienbande.de

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