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Starke kleine Schwestern

24.03.2016 aus der taz

Erlebnisbericht zweier erwachsener Geschwisterkinder über ihre Erfahrungen mit dem behinderten Geschwister. Auch darüber, was wird, wenn die Eltern nicht mehr da sind.

Renate Kretschmer ist jetzt 60 Jahre alt und führt ein soziales Leben mit Kino, Konzerten und Kurzurlauben an der Ostsee. Das wird Sie umkrempeln müssen. Denn sobald ihre Mutter nicht mehr kann, wird sie ihren großen Bruder Joachim zu sich holen. Er hat das Down-Syndrom. Wie die Mutter werden, wolle sie nicht, die habe sich zu sehr aufgeopfert. Sie sagt: "Ich habe ein bisschen Angst, weil es ein großer Einschnitt in mein freies Leben wird. Aber ich schaff das schon, ich schaff ja immer alles."

Ulrike ist 24 und hat einen zwei Jahre älteren Bruder, Johannes, der schwer mehrfach behindert ist. Zwar fühlt sich Ulrike ihrem Burder sehr nah, dennoch möchte sich zum Studieren weg ziehen. Ihre größte Angst ist: "selbst ein Kind mit Behinderung zu bekommen. (...) Denn auch wenn sie Johannes später nie bei sich aufnehmen wird, die rechtliche Verantwortung wird sie später tragen."

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