StartseiteLARESAuswertung

LARES-Früherkennungstool

So werten Sie LARES aus

Fragebogen zur Ermittlung des Hilfebedarfs von Geschwistern chronisch kranker oder behinderter Kinder

Die Auswertung erfolgt für den Eltern- und Kinder- bzw. Jugendlichen-Fragebogen getrennt und verläuft in drei Schritten.

1. Schritt: Bestimmung der allgemeinen Risikogruppe

Zuerst werden die Ausprägungen zur Belastung [B] und dem Leiden [L] abgelesen und darüber die Zugehörigkeit zu einer allgemeinen Risikogruppe I, II oder III (grün= gering, gelb= mittel oder rot= hoch) bestimmt. Zusätzlich wird betrachtet, ob in der letzten Zeit kritische Lebensereignisse in der Familie stattfanden (Frage 14 des Elternfragebogens).

2. Schritt: Bestimmung der bereichsspezifischen Belastung
(Fragen 2, 3, 5, 6, 8  Kind/Jugendliche[r]) (Fragen 3, 5, 7, 8, 9  Mutter/Vater)

Liegt das Geschwisterkind bei der generellen Risikogruppe im gelben oder roten Bereich (Gruppe II oder III), werden die bereichsspezifischen Kennwerte abgelesen und in das „Spinnennetz“ eingetragen. Damit wird ersichtlich, in welchem Bereich (z. B. Geschwisterbeziehung, Soziale Integration etc.) das Geschwisterkind Unterstützung braucht.
Zusatzfragen: (optional; sollte durch eine psychologische Fachkraft vorgenommen werden) Im letzten Schritt werden die Zusatzfragen (Fragen 1, 2, 3, 6, 10, 11  Mutter/Vater und Fragen 1, 4, 7, 9, 10, 11 Kinder/Jugendliche[r]) – abgelesen und bewertet. Diese bieten weitere Hilfen zur Interpretation der Ergebnisse.
Für die Auswertung der Fragebogen beinhaltet die LARES Mappe bedruckte Klarsichtfolien (für Eltern, Kinder/Jugendliche[r]), die als Auswertungsschablonen dienen. Diese sind auf die dazugehörigen und ausgefüllten Fragebogen zu legen. Achten Sie darauf, dass Fragebogen und Folie korrekt übereinanderliegen. Dafür sollten die farbigen Balken am jeweiligen Kopf des Fragebogens mit denen der Auswertfolie übereinstimmen. Durch die Auswertfolie sind die angekreuzten Antworten der ausgefüllten Bogen zu erkennen und abzulesen. Auch sind die Farben Grün, Gelb und Rot auf den Antwortstufen sichtbar.

3. Schritt: Beratung und Vernetzung
Hilfen dazu finden Sie am Ende dieser Anleitung.

Auswertschema

Bestimmung der allgemeinen Risikogruppe

Legen Sie zunächst die Auswertfolie auf den ausgefüllten Fragebogen. Lesen Sie die Frage 12 zum Leiden [L] ab.
Liegt beispielsweise das Kreuz im grünen Bereich, sind im Auswertbogen in der Tabelle zur Leidens-Risikogruppe alle grünen Felder anzukreuzen. Liegt das Kreuz im gelben bzw. roten Bereich, sind analog dazu im Auswertbogen alle gelben bzw. roten Felder zu markieren.
Genauso gehen Sie bei der Belastungsfrage 13 [B] vor. Je nach Farbe, in welcher die Antwort liegt, sind in der Tabelle zur Belastungs-Risikogruppe alle gleichfarbigen Felder anzukreuzen.
Als letzten Schritt bestimmen Sie die allgemeine Risikogruppe. Die allgemeine Risikogruppe ist diejenige, bei der in einer Zeile zwei Markierungen vorliegen.

  • Gruppe I (grün) – geringe Belastung
  • Gruppe II (gelb) – mittelgradige Belastung
  • Gruppe III (rot) – hochgradige Belastung

Liegen die Ergebnisse des Fragebogens im gelben oder roten Bereich, bestimmen Sie im nächsten Schritt, in welchen Bereichen ein spezieller Versorgungsbedarf besteht.

Beispiel

In diesem Beispiel hat ein Kind bei der Belastungsfrage 13 (B) die 6 (gelb) angekreuzt, bei der Leidensfrage L die 1 (grün). In der Tabelle des Auswertbogens wurden deshalb alle grünen Felder bei der Leidens-Risikogruppe und alle gelben Felder bei der Belastungs-Risikogruppe markiert. Damit gehört die Zeile mit zwei Kreuzen zu der allgemeinen Risikogruppe I = grün = geringe Belastung.

Kritische Lebensereignisse

Im Elternfragebogen wird durch die letzte Frage auf kritische Lebensereignisse eingegangen. Liegt der Elternfragebogen vor und wird die Frage bejaht, so können Anzahl und Art der kritischen Lebensereignisse abgelesen werden, soweit diese von den Eltern unterstrichen wurden. Das Ergebnis ist in den Auswertbogen zu übertragen und dient der Interpretation der anderen Resultate.
Bei kritischen Lebensereignissen ist abzuklären, inwieweit mögliche Belastungen des Geschwisterkindes durch diese verursacht sind und nicht unmittelbar mit dem erhöhten Versorgungsbedarf des erkrankten Kindes im Zusammenhang stehen bzw. ob dadurch sogar eine höhere Belastung sichtbar wird.

Zusatzfragen

In einem letzten Schritt kann als Interpretationshilfe die Beantwortung der sechs Zusatzfragen (Z1–Z6) betrachtet werden. Deren Auswertung sollte durch eine psychosoziale oder psychologische Fachkraft vorgenommen werden. Sie sind bei Bedarf für die Begründung weitergehender Maßnahmen zu verstehen.
Für die Auswertung wird ähnlich den bereichsspezifischen Fragen vorgegangen. Zunächst wird die Auswertfolie auf den Fragebogen gelegt. Dann werden die Zusatzfragen Z1 bis Z6 betrachtet. Auf den Auswertbogen werden die Ausprägungen und Farbbereiche markiert.

Zusatzfrage 1: Hängt hoch mit der Belastungsfrage B und der Leidensfrage L aus Sicht des Kindes zusammen. Daher kann sie zur Verifizierung der allgemeinen Risikogruppe dienen.

Zusatzfrage 2: Steht in engem Zusammenhang mit der Frage nach der Geschwisterbeziehung [GB]. Sie kann genutzt werden, um die Beziehung zum Geschwister näher zu thematisieren.

Zusatzfrage 3: Korreliert hoch mit dem von den Eltern berichteten Versorgungsaufwand. Falls keine Information über den speziellen Versorgungsbedarf (CSHCN-Screener) vorliegt, kann die Frage einen Hinweis geben auf eine bestehende, hohe Alltagsbelastung des Geschwisterkindes durch die Versorgung des behinderten/kranken Kindes.

Zusatzfrage 4: Ist sehr abhängig von der Belastungsfrage, jedoch nicht von der Leidensfrage. Sie kann bei bestehender Belastung Hinweise auf die Belastungsverarbeitung geben.

Zusatzfrage 5: Gibt Hinweis auf einen Zusammenhang von der Belastungs- und Leidensfrage, beurteilt durch das Kind und die Eltern, und dem Versorgungsaufwand für das behinderte/kranke Kind. Die Frage kann genutzt werden, um im Gespräch mit Kind und Eltern das individuelle Belastungserleben zu thematisieren.

Zusatzfrage 6: Hängt mit dem Leidensempfinden des Geschwisterkindes zusammen, unabhängig von der tatsächlich vorhandenen Belastung durch den erhöhten Versorgungsaufwand für das behinderte/kranke Kind. Daher kann bei auffälliger Ausprägung der Frage eine Abklärung von zugrundeliegenden emotionalen Problemen und von Verhaltensproblemen angebracht sein.

Interpretation und Hilfestellungen für das Gespräch mit den Eltern

Im Folgenden wird für jeden der spezifischen Bereiche (SK, SI, GB, KW und FB) eine kurze inhaltliche Beschreibung gegeben und was das Besondere in diesem Bereich für Geschwister von kranken oder behinderten Kindern ist. Aufgezeigt werden daneben Möglichkeiten zur Vernetzung der Familien und praktische Tipps.
Sie finden hier also Grundlagen und Hilfestellungen für das Gespräch mit den Eltern, wenn es darum geht zu überlegen, wie es auf Basis des LARES Ergebnisses weitergeht. Bitte bedenken Sie, dass wir hier nur Ansatzpunkte aufzeigen können, was bei Problemen in dem einen oder anderen Bereich weitere Schritte sein können.
Was für die jeweilige Familie und das Kind passend und hilfreich ist, bedarf einer sorgfältigen Anamnese aller relevanten Faktoren und muss immer im Einzelfall geprüft werden. Es gibt Angebote speziell für Geschwister von kranken oder behinderten Kindern – Anbieter und Adressen finden Sie hier.

Belastung und Leiden

Der Früherkennungsbogen LARES (röm. „Schutzgötter der Familie“) liefert Informationen zu Belastungen und Leiden bei Geschwistern von chronisch kranken oder behinderten Kindern und gibt Hinweise auf einen eventuellen Bedarf an Versorgung. Ziel ist, anhand der mit dem LARES-Bogen erhobenen Informationen den spezifischen Bedarf eines Geschwisterkindes in bestimmten Bereichen zu ermitteln.
So können gesunden Geschwisterkindern, die aufgrund der besonderen Versorgungssituation von Familien mit einem chronisch kranken oder behinderten Kind ein erhöhtes Risiko für psychische Belastungen aufweisen, individuelle Unterstützungsangebote gemacht werden.
LARES dient also nicht nur der Einschätzung von Leiden und Belastung, sondern kann darüber hinaus auch für das Beratungsgespräch genutzt werden. Die Ergebnisse des Fragebogens liefern wichtige Hinweise für das Gespräch mit den Geschwisterkindern und deren Eltern.

Unterstützt von
© 2009–2014 Novartis Stiftung FamilienBande