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Fachtagung 2013

15./16. März 2013 in Nürnberg

„Gemeinsam für Geschwister – Förderung von Lebenskompetenzen und Prävention“

Zum Auftakt der Tagung begrüßten Herlinde Schneider, Vorstand Novartis Stiftung FamilienBande, und Irene von Drigalski, Geschäftsführung Novartis Stiftung FamilienBande, die zahlreichen Teilnehmer der FamilienBande Fachtagung 2013. Darunter befanden sich einige bekannte Gesichter – solche, die die Fachtagung von Beginn an besuchten und damit unterstützten.

Dieses kontinuierliche Engagement trage laut Herlinde Schneider nicht zuletzt dazu bei, dass sich die FamilienBande Fachtagung zu einem festen Bestandteil der theoretischen und praktischen Diskussion über die Geschwisterkinderbegleitung entwickelt habe.

Herlinde Schneider, Vorstand Novartis Stiftung FamilienBande
Irene von Drigalski, Geschäftsführung Novartis Stiftung FamilienBande

Auch ein Rückblick auf die Entwicklung von FamilienBande, die 2010 als Initiative ins Leben gerufen wurde und seit 2012 eine Stiftung ist, verdeutlichte die steigende Relevanz und Aufmerksamkeit, die das Thema Geschwisterkinder in den letzten Jahren erfahren hat.

Dr. Fionna Klasen, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, stellte die BELLA-Studie, ein Zusatzmodul zur Erfassung psychischer Gesundheit des bundesweiten Kinder- und Jugendgesundheitssurveys (KiGGS), vor.

Die BELLA-Studie hilft, Kenntnisse über die Determinanten psychischer Auffälligkeiten zu gewinnen, um Kinder und Jugendliche zu stärken, damit sie möglichst gar nicht erst erkranken.

Dr. Fionna Klasen, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
Prof. Dr. Petra Hampel, Institut für Gesundheitspsychologie und Gesundheitsbildung an der Universität Flensburg

Prof. Dr. Petra Hampel, Institut für Gesundheitspsychologie und Gesundheitsbildung an der Universität Flensburg, beleuchtete die Grundlagen der Forschung zur Stressbewältigung bei Kindern und Jugendlichen.

Als Beispiel diente das primärpräventive Interventionsprogramm Supporting Siblings (SuSi), das in einem sechswöchigen Training sowie einem Ferien-Kompaktkurs erprobt und evaluiert wurde.

Dr. Birgit Möller, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, referierte über die besonderen Belastungen von Geschwisterkindern vor dem Hintergrund der verschiedenen Entwicklungsphasen und des Zusammenspiels von äußeren sowie inneren Stressoren und Bewältigungsmöglichkeiten.

Dabei wurden die Risiken für eine Traumatisierung thematisiert und unterschiedliche Ansätze zur Prävention vorgestellt.

Dr. Birgit Möller, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
Thore Spilger, Institut für Sozialmedizin in der Pädiatrie Augsburg (ISPA)

Thore Spilger, Institut für Sozialmedizin in der Pädiatrie Augsburg (ISPA), Bunter Kreis, beschäftigte sich in seinem Vortrag mit den wichtigsten Ergebnissen eines Dokumentationsschemas, mit dem sich erstmalig zentrale Inhalte von Angeboten für Geschwisterkinder erfassen lassen.

Anhand von praktischen Beispielen wurde gezeigt, wie sich Angebote von Beginn an aufbauen und dokumentieren lassen. Die theoretische Einbettung der praktischen Erkenntnisse in ein wissenschaftliches Wirkmodell rundete den Vortrag ab.

Anhand des Präventionsprojekts „Jetzt bin ICH mal dran!“ visualisierte der Vortrag von Florian Schepper, Elternhilfe für krebskranke Kinder e.V., Verbund für Geschwister, die intensive Auseinandersetzung mit erlebnispädagogischen Interventionen bei Geschwisterkindern.

Als „Verbund für Geschwister“ haben sich im Jahr 2011 mehrere Vereine zusammengeschlossen, um gemeinsam erlebnispädagogische Interventionen in ihrer Anwendung und Wirksamkeit zu standardisieren und zu objektivieren.

Florian Schepper, Elternhilfe für krebskranke Kinder Leipzig e.V., Verbund für Geschwister
Marlies Winkelheide, Beratungsstelle Geschwisterkinder der Lebenshilfe Bremen e.V.

Anhand exemplarischer Erfahrungen und Aussagen von Geschwistern und Eltern zeigte Marlies Winkelheide, Beratungsstelle Geschwisterkinder der Lebenshilfe Bremen e.V., Geschwisterseminare, die Komplexität der verschiedenen Fragestellungen in der Geschwisterbegleitung auf – und stellte dabei die Interessen der Geschwisterkinder in den Mittelpunkt.

Mit der Unterstützung von Marlies Winkelheide, Beratungsstelle der Lebenshilfe Bremen e.V., Geschwisterseminare, erarbeiteten fünf Geschwisterkinder ein Memorandum, das erklärte, was aus ihrer Sicht ein gutes Geschwisterkinderangebot ausmacht: „Wir wünschen uns Gleichwertigkeit, Anerkennung, Achtung, dass unser Rahmen gefunden wird und dass wir Gehör finden!“ war die Botschaft.

Fünf Geschwisterkinder erarbeiteten ein Memorandum
Bereits zum dritten Mal besuchten rund 120 Experten aus Deutschland und Österreich die FamilienBande Fachtagung 2013

In einer Podiumsdiskussion wurde die Bedeutung der für 2013 gemäß den Richtlinien der Behindertenrechtskonvention anstehenden, flächendeckenden Einführung der Inklusion an deutschen Schulen zusammen mit betroffenen Geschwistern, Eltern und Experten diskutiert.

Die Stiftung FamilienBande hatte hierfür im Vorfeld eine Online-Umfrage bei betroffenen Eltern, Geschwistern sowie Experten durchgeführt, an der 104 Menschen teilgenommen haben.

Zum Ergebnis der Online-Umfrage

Ein breites Angebot an Workshops konnten die Teilnehmer auch auf der dritten FamilienBande Fachtagung wahrnehmen, um ihre Arbeit mit Geschwistern nicht nur um theoretische, sondern auch praktische Erfahrungen zu bereichern.

Zusätzlich zu den regulären Workshops wurden zwei Extra-Workshops angeboten, die im Vorfeld der Tagung stattfanden.

Zahlreiche praxisorientierte und abwechslungsreiche Workshops stellten ein harmonisches Pendant zu den eher theoretisch ausgerichteten Vorträgen dar

Auch in den regulären Workshops wurden den Teilnehmern die unterschiedlichsten Themenfelder geboten: Von Philosophieren mit Kindern über Erlebnispädagogik live und direkt bis zur Angebotsentwicklung aus der Sicht des Empowerments – da war für jeden das Richtige dabei! 

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